Dankbarkeit in Zeiten des Wahnsinns

Dies ist auch als Kritik an mir selbst gedacht..

Nun ist es wieder soweit, die Weihnachtszeit beginnt und lässt uns andächtig unseren Weihnachtsbaum anschauen, in Ruhe und Besinnlichkeit die Suppe schlürfen und uns nichts zu Weihnachten schenken – weil wir uns ja dieses Jahr wirklich „nichts“ schenken wollen.

Ehrlich gesagt ist es so schon lange nicht mehr. Da sich das Hamsterrad der ständigen Weiterentwicklung weiterdreht, wird es immer anstrengender, immer lauter und immer hektischer. Der Weihnachtsurlaub ist längst nicht mehr erholsam und viele sind nicht besonders erfreut, wenn sie ihre Familie wieder zu sich einladen müssen, um für sie zu kochen. Ganz zu schweigen von den armen Tieren, die qualvoll gestopft und geschlachtet werden, damit wir der „trauten Besinnlickeit des Wahnsinns“ jauchzen können. Und das ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Darunter schwimmt noch viel mehr Leid, von dem wir nicht einmal die geringste Ahnung haben.

Ich finde Weihnachten wundervoll, keine Frage! Sehr sogar.. Ich liebe die Adventssonntage, die kuscheligen warmen Socken (auch wenn man sie jedes Jahr geschenkt bekommt), den Geruch von Mandarinen im Raum und Tannennadeln im Wald, den romantischen Kerzenschein bei Nacht, den Geschmack von gebrannten Mandeln im Mund, das Gefühl von Liebe und Ruhe, um mal herunterzukommen und abzuschalten, den Klang der Weihnachtsmusik, den Anblick der Nächstenliebe und das Lächeln der Lieben um einen herum, wenn man Zuhause ankommt und das richtige Geschenk dabei hat.

Jeder muss selbstverständlich  für sich entscheiden, was und wie er an Weihnachten feiert. Niemand muss auf sich mit dem erhobenen Zeigefinger zeigen, denn wir alle sind es, die das Ganze mitmachen – Jahr für Jahr. Es ist eben auch schwierig sich dem ganzen zu entziehen, wenn man es nicht  anders kennt. Umso bemerkenswerter finde ich, wenn man es schafft, sich von dem ganzen Drumherum mit dem teuren Geschenkewahnsinn nicht stressen zu lassen. Viel schöner ist es doch, wenn man sich keinen Druck macht und nur dann etwas schenkt, weil man an denjenigen denken musste und nicht, weil man es muss.

Ein guter Freund von mir hat während seiner Ausbildung seinen ganzen Mut zusammengefasst und dieses aufrüttelnde, verrückte, wahnsinnige, ehrliche und laute Video auf dem Weihnachtsmarkt gedreht. Es zeigt sehr deutlich, wie wahnsinnig und schrecklich wir mit den Tieren, den schlausten und liebevollsten Wesen der Welt, umgehen. Damit wir Weihnachten feiern können, damit wir auf dem Weihnachtsmarkt reinhauen können, bis es uns sogar aus den Ohren wieder herauskommt. Danke, dass du das gewagt hast und zum Nachdenken anregst! Danke für diesen schmerzhaften Blick in den Spiegel. Doch ich sagte es bereits – diese Art von Schmerz lohnt sich in diesem Fall! Lasst euch inspirieren und wenn ihr wollt, könnt ihr bei ihm oder meinem Blog gerne eure Meinung teilen.

Wir freuen uns über jede Rückmeldung! Ich wünsche euch trotz dieser kritischen Worte natürlich eine schöne Weihnachtszeit. Ich hoffe, ihr könnt die Ferien genießen und euch gegenseitig Liebe und Wärme schenken.

Und an alle, die an den Feiertagen arbeiten müssen, ihr seid die wahren Helden!

 

Es leuchtet und blinkt in den Straßen und die Weihnachtsmärkte haben ihre Tore aufgestoßen, damit der arg geplagte Bürger seinen alljährlichen Frust über die Unsinnigkeit seines Lebens mit gepanschtem Glühwein hinunter spülen und mit in Massenbetrieben gezauberten Bratwürsten zudecken kann. Es ist die schönste Zeit im Jahr und fürwahr das Fest des Innehaltens und wahrer Liebe! …

Gedicht und Film entstanden am medien colleg rostock im November und Dezember 2016 im Rahmen der Aufgabe, einen Beitrag zum Thema „Weihnachtszeit – Stimmungen und Lichter“ zu produzieren. Die Dreharbeiten fanden auf mehreren Rostocker Weihnachtsmärkten an einem Adventssamstag statt, also buchstäblich in der Hölle des Weihnachtsfiebers! Dieses Video soll KEIN Seitenhieb auf die Hansestadt Rostock sein, sondern repräsentativ für ALLE städtischen Weihnachtsmärkte stehen! Rostock ist eine wunderbare Stadt mit einem tollen Flair !!!

Besonderer Dank gilt Patricia Fuge, Hauke Gerlach und Julius Holtz, ohne deren durchhaltende Zusammenarbeit und gute Nerven das Projekt nicht umsetzbar gewesen wäre. Viel Spaß nun bei dieser irren Geisterfahrt und gute tiefe Gedanken im Anschluss daran!

Frank Litschel [“Glückselige Speinacht“ – produziert am medien colleg rostock 2016]

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